15.05.2009 08:54:00 von Oliver Timm
DVD weiterhin Filmmedium Nummer eins
Obwohl mittlerweile eine zunehmende Zahl der Filmliebhaber
ihrer Leidenschaft im Internet nachgeht, wird der überwiegende Großteil der
Umsätze im Heimvideobereich auch heute noch im physischen Datenträgergeschäft
erzielt. Wie eine aktuelle Untersuchung des Marktforschungsunternehmens
NPD Group zeigt, haben Konsumenten in
den USA in den vergangenen drei Monaten 88 Prozent der entsprechenden Ausgaben
für den Erwerb von DVDs und Blu-ray-Disks getätigt. Im Durchschnitt haben sie
dabei rund 25 Dollar pro Monat für Filmeinkäufe und -anmietungen ausgegeben.
Gleichzeitig gewinnt aber auch der Trend, Videoinhalte im
Internet herunterzuladen oder per Stream anzusehen, immer stärker an Bedeutung.
"Disk-Formate sind zwar immer noch bei weitem die dominanteste Art und Weise,
wie US-Amerikaner das Home-Video-Erlebnis genießen, es lässt sich aber auch ein
zunehmender Appetit für digitale Optionen beobachten", so NPD-Group-Analyst Russ
Crupnick.
Trotz des sich abzeichnenden Wachstums im Online-Filmmarkt
geben die Marktforscher Entwarnung, was eine mögliche Verdrängung des
physikalischen Datenträgergeschäfts betrifft. "Die guten Nachrichten sind, dass
jene Konsumenten, die sich ausgiebiger mit digitalen Videoangeboten
beschäftigen, gleichzeitig dazu tendieren, mehr Geld für DVDs und Blu-ray-Disks
auszugeben", erklärt Crupnick. So habe die Analyse für das erste Quartal 2009
ergeben, dass acht von zehn Nutzern, die Videoinhalte aus dem Web herunterladen,
auch DVD-Filme kaufen oder leihen würden. Beim Blu-ray-Verkauf liegt der
entsprechende Wert bei 25 Prozent. "Viele in der Heimvideoindustrie sorgen sich
darum, dass digitale Filmkonsumenten sich endgültig von Medien auf herkömmlichen
Datenträgern verabschieden könnten. Unsere Untersuchung belegt aber eindeutig,
dass das bislang noch nicht der Fall ist", meint Crupnick.
Auch in Deutschland bestätigt der Bundesverband Audiovisuelle
Medien (BVV) eine ähnliche Entwicklung
"Hierzulande entwickelt sich der Heimvideomarkt durchwegs stabiler und
erfreulicher als in den USA. 2009 verzeichnen wir bei den Absatzzahlen bis dato
sogar ein Plus von 3,4 Prozent", stellt BVV-Geschäftsführer Oliver Trettin auf
Nachfrage von pressetext fest. Der deutsche Videomarkt habe nunmehr im fünften
Jahr in Folge einen Abverkauf der Bildtonträger von über 100 Mio. Stück
vermeldet. "Mit 103,7 Mio. verkauften Einheiten in 2008 liegt der Absatz der
Videoprodukte auf konstant hohem Niveau und verdeutlicht damit die ungebrochene
Attraktivität der Heimkino-Software", betont Trettin. Insgesamt gesehen hat die
Branche im vergangenen Jahr aus dem Verkauf physikalischer Film-Datenträger
einen Umsatz von 1.291 Mio. Euro erwirtschaftet.
Dem aktuellen NPD-Group-Bericht zufolge entfallen von den
25 Dollar, die US-Konsumenten im Schnitt monatlich für Filminhalte ausgeben,
rund 63 Prozent auf DVD-Verkäufe und 18 Prozent auf Ausleihvorgänge. Weitere
sieben Prozent der Monatsausgaben werden für den Erwerb von Blu-ray-Datenträgern
aufgewendet. Im Vergleich zu traditionellen Möglichkeiten fällt hier der
entsprechende Wert im Video-On-Demand-Bereich mit lediglich neun Prozent eher
bescheiden aus. Bei den digitalen Video-Downloads sind es sogar nur drei
Prozent. Schon der Vergleich mit den Vorjahreszahlen verdeutlicht aber den
Aufwärtstrend beim Geschäft mit den Online-Filmangeboten. So gaben rund neun
Prozent der insgesamt über 11.000 befragten US-Bürger mit Webzugang an, Filme
per Video-Stream im Web zu schauen. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei fünf
Prozent gelegen. (pte)
Quelle: CE-Business von Channelpartner, 15.05.2009

